Besuch in der Tschechischen Republik
vom 22.10.2012 – 25.10.2012

Gruppenbild Tschechien

Das erste Treffen im Rahmen der Leonardo da Vinci Partnerschaft „Förderung der beruflichen Handlungskompetenz für Pferdewirte und Tierwirte“ fand im Oktober 2012 in der Tschechischen Republik statt.

Die einzelnen Delegationen reisten mit jeweils sechs Auszubildenden nach Tschechien zur dortigen Partnerschule, in der ca. 120 junge Menschen zu Pferdewirten ausgebildet werden. Dort wurden sie von unseren tschechischen Gastgebern herzlich empfangen und zum Abendessen eingeladen. Programmbeginn war offiziell der 26.10.2012 in der tschechischen Partnerschule.

Das Studienobjekt in Tschechien waren die „Przewalski-Pferde", die die einzige Wildpferdeart ist, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat.

Przewalski - Pferde

Benannt ist sie nach einem russischen Expeditionsreisenden. 1969 wurde das letzte freilebende Przewalski-Pferd gesehen, jedoch ist die Art dank einiger Großgrundbesitzer und Zoos bis heute erhalten geblieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es allerdings weniger als 40 Exemplare dieser Wildpferdeform, die in menschlicher Obhut gehalten wurden. Heute zählt man ungefähr wieder 2000 Individuen die von insgesamt 13 Pferden abstammen. Dies ist auf die engagierte Arbeit einiger Zoos, u. a. auch des Prager Zoos, zurückzuführen. Dort wird auch das internationale Zuchtbuch dieser Pferderasse geführt.

Prof. Dr. Evzen Kus, der das Zucht- und Auswilderungsprojekt am Prager Zoo leitet, stellte in einem überaus interessanten Vortrag seine passionierte Arbeit vor. Ein Dokumentarfilm über die 56-stündige Auswilderungsreise von drei Stuten und einem Hengst von Prag in die Mongolei verdeutlichte die Strapazen und Anstrengungen, die von Pferden und Menschen abverlangt wurden. Sehr berührende Bilder ließen nachfühlen, wie viel Spannung in dem Projekt lag, um Tiere und Menschen unversehrt an den Zielort zu bringen. Immerhin mussten die Pferde den Transport im Flugzeug und die strapaziöse Weiterreise in geländetauglichen LKWs bis in die Steppe der Mongolei gesund aushalten. Dort wurden sie zunächst für sechs Monate in einem ausreichend großen eingezäunten Gelände gehalten, damit sie sich akklimatisieren und beobachtet werden konnten.

Am zweiten Tag des Treffens wurden im Prager Zoo die „Przewalski-Pferde" ausgiebig unter die Lupe genommen. Die Auszubildenden erarbeiteten in ländergemischten Gruppen verschiedene Aspekte des Pferdeverhaltens. Beobachtet und dokumentiert wurden das Futteraufnahme- und Ausscheidungsverhalten, das Erkundungs- und Meideverhalten, das Sozialverhalten, das Komfortverhalten, das Fortpflanzungsverhalten sowie das Fortbewegungsverhalten. Aus diesen Verhaltensweisen wurden Kriterien für artgerechte Pferdehaltung abgeleitet.

Prof. Dr. Evzen Kus stand auch hierbei den Auszubildenden als Experte zur Verfügung.

Prof. KusGruppenarbeit

Neben dem Fachprogramm gewannen die Auszubildenden auch einen Eindruck von der tschechischen Partnerschule in Kladruby nad Labem. Nach einer Führung durch die Schule konnten sie deren Schüler, die an einer Jagd zu Pferde teilnahmen, in Aktion erleben. Auch der feierliche Jagdbeginn und ebenso das feierliche Ende war für die internationalen Gäste sehr beeindruckend.
Abgerundet wurde das Programm durch eine Führung durch das Staatsgestüt Kladruby nad Labem. Mit dem Besuch des Schlosses „Karls Krone“ in Chlumec nad Cidlinou endete das erste gemeinsame Treffen.

JagdStaatsgestüt Kladruby nad Labem

Die Auszubildenden konnten im Verlauf dieses Treffens, neben der Fachkompetenz, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihre sozialen Kompetenzen unter Beweis stellen. Somit war das erste Treffen bereits sehr erfolgreich und wurde begeistert von allen Teilnehmern aufgenommen. 

02. November 2012